Aladin in Schwierigkeiten

fliegender_teppich

Gelungene Premiere für die Schultheater-Gruppe der Grünewald-Grundschule Aschaffenburg: In einer aufwändigen Inszenierung überzeugten 14 Schauspieler aus der 2. bis 4. Jahrgangsstufe am 25. und 26. Juli bei zwei Schultheater-Aufführungen unter der Regie von Peter Popp im JuKuZ. Zum Gelingen der Aufführungen trugen auch die 18 Kinder der Tanz-Arbeitsgemeinschaft aus der 1. und 2. Jahrgangsstufe bei, welche unter Anleitung von Astrid Riedenauer zwei orientalische Markt-Tänze einstudiert hatten und in eine Basar-Szene einflochten. Die Kulissen waren von den 4. Klassen gestaltet worden. Für die orientalischen Kostüme – und damit für den eigentlichen orientalischen Flair – hatte Susanne Albrecht gesorgt.
Da der Sultan (Katja Reimann) pleite ist, will er über eine lukrative Verheiratung seiner Tochter, Prinzessin Yasmin (Selina Kulluk), die Staatskassen füllen. So schlägt auch der Großwesir (Georg Geiger) seinen eigenen Sohn Yasin (Max Berger) als Bräutigam vor. Da er mit seinem Ansinnen beim Sultan abblitzt, sinnt er auf eine List und sucht sich den unerfahrenen Aladin (Paul Berger), der für ihn eine Wunderlampe aus einer gefährlichen Höhle holen soll. Der Lampengeist (Johanna Hagelgans) soll ihm die Prinzessin als Schwiegertochter besorgen. Doch Aladin rückt die Lampe nicht heraus und will selbst die Prinzessin heiraten – auch wenn seine Mutter (Sam Röllinghoff) skeptisch ist: „Wir sind einfache Leute. Die kriegen keine Prinzessin!“ Doch Aladin kommt der Lampengeist bei seinem Anliegen gerade recht. Er hat allerdings nicht mit der Gerissenheit des Großwesirs gerechnet, der sich Wunderlampe, Palast, Prinzessin und ihre beste Freundin Samira (Katharina Weis) kurzerhand unter den  Nagel reißt und damit verschwindet. Bei der Suche helfen ihm neben seiner Schwester Fatima (Jasmin Wolf) auch Leyla (Antonia Peitz), eine weitere beste Freundin der Prinzessin, sowie neue Freunde, die gerade zur rechten Zeit seinen Weg kreuzen: Eine Ringfee (Lilly Mayer), die zum Glück noch Wünsche übrig hat, ein Pizzabote (Helena Zilifi) sowie ein schüchterner Prinz (Jana Breitinger), und ein Taxifahrer (Tobias Ruth), dessen fliegender 100-PS-Teppich locker 190 Sachen macht. Mit einer List schaffen es die neuen Freunde schließlich gemeinsam, den Großwesir und seinen Sohn zu übertölpeln und Palast, Prinzessin nebst Freundin und Wunderlampe wieder unversehrt zurück zu holen.
Diese Aladin-Aufführung bot einige Überraschungen im Vergleich zur Fassung aus 1000 und einer Nacht: Aladin ist nicht der Superheld der Geschichte, sondern er benötigt Hilfe von zahlreichen weiteren, teilweise unscheinbar wirkenden, Freunden. Vor allem die willensstarken Damen in der Geschichte bewahren ihn mit ihrer Beharrlichkeit mehrfach vor falschen Entscheidungen. Mehrfach wird die orientalische Handlung von Anspielungen auf die Gegenwart durchzogen. Ein Pizzabote und ein einfacher Teppich-Taxifahrer leiten am Ende mit ihrer  Idee das Happy End ein. Daran sind schließlich alle beteiligt – außer den beiden Bösewichten natürlich.
Die Kinder zeigten bei den Aufführungen großartige schauspielerische Leistungen und durften sich über tosenden Beifall freuen.

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